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Fakultät Rehabilitationswissenschaften
Lesekompetenz für alle

Fachimpuls zur Lernverlaufsdiagnostik auf der Leipziger Buchmesse 2026

Am 19. März 2026 war Jun.-Prof. Dr. Jana Jungjohann mit einem Fachimpuls auf dem Kongress „Lesekompetenz für alle Grundschulkinder! – Diagnostik, adaptive Förderung und Schulentwicklung“ im Rahmen der Leipziger Buchmesse vertreten.

Der Kongress ist Teil der Initiative „100-Prozent-Schulen“, die das Ziel verfolgt, dass alle Kinder am Ende der Grundschulzeit die Mindeststandards in den Basiskompetenzen erreichen. Im Zentrum steht dabei eine datenbasierte und evidenzorientierte Schul- und Unterrichtsentwicklung, insbesondere im Bereich der Lesekompetenz. Die Initiative wird getragen und unterstützt von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) sowie den beteiligten Stiftungen – darunter die Beisheim Stiftung, die Robert Bosch Stiftung und die Crespo Foundation.

In ihrem Beitrag „Niedrigschwellige Diagnostik in der Basiskompetenz Lesen in der Grundschule“ zeigte Jana Jungjohann, wie Lernverlaufsdiagnostik als Brücke zwischen Diagnostik und Förderung genutzt werden kann. Ausgangspunkt bildeten aktuelle Befunde zur Lesekompetenzentwicklung, die einen steigenden Anteil von Kindern unterhalb des Mindestniveaus sowie zunehmende Bildungsungleichheiten aufzeigen.

Anhand des Konzepts der Lernverlaufsdiagnostik wurde verdeutlicht, wie durch kurze, regelmäßige und digital gestützte Erhebungen individuelle Lernverläufe sichtbar gemacht und gezielte Förderentscheidungen abgeleitet werden können. Dabei wurde insbesondere die Bedeutung formativer, datenbasierter Entscheidungsprozesse hervorgehoben.

Ein zentrales Praxisbeispiel bildete die Onlineplattform Levumi, die seit über zehn Jahren kostenfreie, wissenschaftlich fundierte Instrumente zur Lernverlaufsdiagnostik bereitstellt. Sie ermöglicht eine ökonomische, datengestützte Diagnostik in den Bereichen Leseflüssigkeit, Leseverständnis und Sprachverständnis und unterstützt Lehrkräfte dabei, Förderprozesse systematisch zu planen und umzusetzen.

Im anschließenden Praxisdialog wurden zentrale Herausforderungen der schulischen Umsetzung diskutiert, darunter die Integration diagnostischer Verfahren in den Schulalltag, die Nutzung der Daten für Förderentscheidungen sowie die Einbindung von Schüler:innen und Eltern in den diagnostischen Prozess.

Der Fachkongress machte deutlich, dass die Kombination aus evidenzbasierter Diagnostik, adaptiver Förderung und systematischer Schulentwicklung ein zentraler Hebel ist, um Bildungsgerechtigkeit im Bereich Lesen nachhaltig zu stärken.

Foto der Poduiumsdiskussion mit Jana Jungjohann, Franziska Thonke und Andreas Schmuck auf dem Fachkonkgress © Jana Jungjohann ​/​ TU Dortmund
Foto der Poduiumsdiskussion mit Jana Jungjohann, Franziska Thonke und Andreas Schmuck auf dem Fachkonkgress
Foto bei der Fragerunde zum Vortrag von Jana Jungjohann © Jana Jungjohann ​/​ TU Dortmund
Foto bei der Fragerunde zum Vortrag von Jana Jungjohann