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Fakultät Rehabilitationswissenschaften
Digitale Bildung im Förderschwerpunkt Sprache

Impulse aus Forschung und Praxis auf dem dgs-Kongress Landesgruppe Rheinland

Am 25. April 2026 wurden Jun.-Prof. Dr. Jana Jungjohann und Julia Kondermann (Masterstudentin im Fachgebiet) zu der 1. Frühjahrstagung der Deutschen Gesellschaft für Sprachheilpädagogik e.V. (dgs) Rheinland in Essen eingeladen und sie gestalteten zwei Vorträge im Themenfeld „Digitale Medien im Förderschwerpunkt Sprache“ .

Beide Beiträge verdeutlichten, dass digitale Medien im Förderschwerpunkt Sprache nicht als Zusatz, sondern als integraler Bestandteil einer evidenzbasierten und inklusiven Förderpraxis zu verstehen sind. Entscheidend ist dabei die professionelle Entscheidung von Lehrkräften, digitale und analoge Medien zielgerichtet, reflektiert und unter Berücksichtigung individueller Lernvoraussetzungen einzusetzen.

Foto von Julia Kondermann und Jana Jungjohann auf dem dgs Kongress - Landesgruppe Rheinland © Jana Jungjohann ​/​ TU Dortmund
Foto von Julia Kondermann und Jana Jungjohann auf dem dgs Kongress - Landesgruppe Rheinland
Foto von Jana Jungjohann beim Vortrag auf dem dgs Kongress - Landesgruppe Rheinland © Julia Kondermann ​/​ TU Dortmund
Foto von Jana Jungjohann beim Vortrag auf dem dgs Kongress - Landesgruppe Rheinland

Im ersten Vortrag „Digitale Bildung im Förderschwerpunkt Sprache – zwischen Digitalisierung, Digitalität und evidenzbasierter Praxis“ wurde eine zentrale begriffliche und konzeptionelle Differenzierung vorgenommen: Während Digitalisierung technikbezogene Veränderungsprozesse beschreibt, steht Digitalität für die gelebte Praxis im schulischen Alltag. Anhand dieser Unterscheidung wurde herausgearbeitet, dass evidenzbasierte Praxis genau an der Schnittstelle beider Perspektiven ansetzt – nämlich dort, wo empirische Erkenntnisse auf konkrete schulische Handlungsbedingungen treffen. Am Beispiel von Forschungsergebnissen rund um die digitale Lernverlaufsdiagnostik zum Sprachverständnis (SpraVesT) wurde gezeigt, wie digitale Instrumente eine prozessbegleitende, datenbasierte Förderung ermöglichen und gleichzeitig differenzierte Einblicke in sprachliche Entwicklungsverläufe liefern. Darüber hinaus wurde die Rolle digitaler Medien für eine inklusive Lernkultur hervorgehoben, etwa durch multimodale Kommunikation, adaptive Unterstützungsangebote und neue Formen der Teilhabe

Der zweite Vortrag, gemeinsam mit Julia Kondermann (Masterstudentin Lehramt sonderpädagogische Förderung), widmete sich der „Open Educational Practice in der digitalen Förderpraxis“. Im Zentrum stand die Frage, wie offene Bildungsmaterialien (OER) zur Individualisierung und Differenzierung im Unterricht beitragen können. OER ermöglichen nicht nur die kostenfreie Nutzung von Materialien, sondern insbesondere deren Anpassung, Weiterentwicklung und kollaborative Nutzung. 
Anhand konkreter Beispiele aus der Leseförderung wurde aufgezeigt, wie interaktive digitale Materialien – etwa im Kontext der Levumi-Leseabenteuer – für unterschiedliche Lernvoraussetzungen adaptiert werden können. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Potenziale von OER eng mit der Entwicklung einer „Kultur des Teilens“ (Open Educational Practice) verknüpft sind, die über einzelne Materialien hinausgeht und kooperative, iterative Arbeitsprozesse in den Mittelpunkt stellt.

Foto von Julia Kondermann beim Vortrag auf dem dgs Kongress - Landesgruppe Rheinland © Jana Jungjohann ​/​ TU Dortmund
Foto von Julia Kondermann beim Vortrag auf dem dgs Kongress - Landesgruppe Rheinland