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Fakultät Rehabilitationswissenschaften
Kinderjury testet studentische OER zur Leseförderung

Abschluss Sommersemester 2026

Im Sommersemester 2026 entwickelten Studierende im Seminar „Open Educational Resources (OER) für den Schwerpunkt Lernen planen und erstellen (FS-L_4.3)“ eigene digitale Materialien für die Leseförderung. Ausgangspunkt waren Open Educational Resources und Levumis Leseabenteuer. Schritt für Schritt entwickelten die Studierenden daraus eigene Ideen, konkretisierten diese didaktisch und setzten sie schließlich als interaktive OER um.

Der Entwicklungsprozess war eng mit dem hochschuldidaktischen LabOERchen und dem DiMeLab des Fachgebiets Digitale Förderung und inklusive Bildung verbunden. In den ersten Seminarphasen arbeiteten die Studierenden mit PLAN-IT an der Planung und didaktischen Konzeptualisierung ihrer Ideen. Anschließend wurden die OER mit FIBS-IT individuell umgesetzt. Neben der technischen Erstellung stand dabei immer die Frage im Mittelpunkt, wie digitale Materialien so gestaltet werden können, dass sie Lernende beim Lesen sinnvoll unterstützen.

Ein wesentlicher Bestandteil des Seminars war die Idee der Open Educational Practice: Die erstellten Materialien sollten nicht mit ihrer Fertigstellung abgeschlossen sein, sondern durch Erprobung, Rückmeldungen und Überarbeitung weiterentwickelt werden. Dazu gehörten sowohl das Peer-Feedback innerhalb des Seminars als auch die Vorbereitung der Materialien für eine Veröffentlichung als frei zugängliche OER.

Ein besonderes Highlight bildete die letzte Seminarsitzung im Juli 2026. Dafür waren drei Kinder im Alter von sieben bis neun Jahren als Kinderjury zu Gast. Bereits vor ihrem Besuch hatten sie eine persönliche Einladung von Levumi und Fibsi erhalten und wurden darin als Gastjuror*innen begrüßt. Ihre Aufgabe: verschiedene interaktive Lesematerialien ausprobieren und den Studierenden aus Kindersicht rückmelden, was bereits gut funktioniert und was noch verbessert werden kann.

In drei Testrunden probierten die Kinder unterschiedliche studentische OER am Computer, Smartboard und Tablet aus. Dabei sollten die Studierenden zunächst möglichst wenig eingreifen und beobachten, ob die Kinder Ziel und Bedienung der Materialien selbstständig verstehen. Für jede Station waren kurze Erprobungsphasen mit anschließender Bewertung vorgesehen. So konnte jede OER mindestens einmal durch ein Kind getestet werden, ohne die jungen Juror*innen mit zu vielen Aufgaben zu überlasten.

Anschließend füllten die Kinder für die getesteten Materialien eine Jurykarte aus. Sie bewerteten unter anderem, ob sie wussten, was sie tun sollten, ob ihnen das Ausprobieren Spaß gemacht hatte, ob Texte und Aufgaben verständlich waren und ob sie das Angebot noch einmal nutzen würden. Besonders wichtig war das offene Feld „Mein Tipp an die Erwachsenen ist …“. Damit erhielten die Studierenden konkrete Hinweise von genau der Zielgruppe, für die ihre Materialien entwickelt worden waren.

Zum Abschluss beriet sich die Kinderjury gemeinsam und die drei Gastjuror*innen erhielten als Dank für ihre Unterstützung eine eigene Urkunde als Mitglied der Lesejury. Darin wurde ausdrücklich gewürdigt, dass sie verschiedene Leseangebote aufmerksam ausprobiert, bewertet und ihre Gedanken mit den Erwachsenen geteilt hatten.

Die Kinderjury war damit weit mehr als ein spielerischer Seminarabschluss. Sie machte für die Studierenden unmittelbar sichtbar, dass sich die Qualität eines Lernmaterials nicht allein aus didaktischen Überlegungen oder aus der Perspektive von Erwachsenen beurteilen lässt. Gerade Rückmeldungen von Kindern können zeigen, ob Aufgaben tatsächlich verständlich sind, Bedienwege intuitiv funktionieren und ein digitales Angebot zum Weiterlesen motiviert.

Für das Seminar war die Kinderjury deshalb ein besonderes Highlight des Sommersemesters 2026 und zugleich ein passender Abschluss des gesamten OER-Entwicklungsprozesses: von der ersten Idee über die didaktische und technische Umsetzung bis hin zur Erprobung mit denjenigen, für die die Materialien gedacht sind.

Gruppenbild aller Seminarteilnehmenden im Sommersemester 2026 im DiMeLab